Es scheint inzwischen zu den parlamentarischen Initiationsriten für Jungparlamentarier der Altparteien zu gehören, der AfD-Fraktion vor das Schienbein treten zu wollen. Für Politkarriere und billigen Applaus aus den eigenen Reihen scheint so mancher bereit, seine Seele zu verkaufen.

Der Jung-Abgeordnete der Grünen, Oliver Hildenbrand, ist so ein Fall. Auf seiner Facebookseite lässt er sich für seine jüngste Landtagsrede feiern, in der er mal wieder gegen „Hass und Hetze“ zu Felde zog. Die Zitate sind korrekt wiedergegeben. Und auch in der Sache ist ihm zuzustimmen.

Allerdings unterschlägt er eine wichtige, weil selbstentlarvende Passage seiner Rede. Ausgerechnet jenen Teil, in dem er genau das praktiziert, was er anprangert: nämlich Hass und Hetze zu verbreiten. Wie glaubwürdig ist das denn? Alles nur Polit-Theater? Nichts weiter als politisches Kalkül?

Welch eine Impertinenz, die AfD wider besseren Wissens mit Antisemitismus und Homophobie in Verbindung zu bringen. Wer hierzulande die wahren Antisemiten sind, hat die „Jüdische Rundschau“ kürzlich klar benannt (siehe mein vorletztes Posting vom 07. Oktober „Rüffel für den Zentralrat“).

Auch in Sachen „Homophobie“ brauchen wir gewiss keine Belehrung eines Grünschnabels. Oder hat jemand aus den Reihen der AfD Hildenbrand jemals wegen seiner sexuellen Orientierung verächtlich gemacht? Psst…Geheimnis: Auch in unserer Partei gibt es gleichgeschlechtliche Liebe.

Herrn Hildenbrand sei ins Stammbuch geschrieben: Ein Landesparlament ist kaum der geeignete Ort, unverarbeitete Traumata zu überwinden und den politischen Gegner als Projektionsfläche für Hass und Hetze zu missbrauchen.

„Wir müssen das gesellschaftliche Klima schützen und für ein respektvolles Miteinander eintreten“, hatte er als Quintessenz seiner Rede gefordert. Wir nehmen ihn beim Wort und sind gespannt, ob er es ehrlich meint oder nur wohlfeile Sonntagsreden hält.

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.oliver-hildenbrand-gruenen-landeschefhass-und-hetze-sei-geschaeftsmodell-der-afd.cc828c6f-15f4-449f-bf1a-b39c398c12e8.html